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21.5.2016
Eine andere Schöpfungsgeschichte

Vor dem Anfang aller Tage, als die Welt noch nicht war, begegneten sich in einem erfüllten Nichts ein Gottmann und eine Gottfrau und sie wurden neugierig auf einander und aneinander, wohl weil sie so verschieden voneinander waren und doch auch so gleich. So begannen sie ein Spiel, das Spiel ihrer Verschiedenheit und sie spielten lange und ausgiebig und voller Lust und Freude und am Ende all ihrer Spiele waren sie beide gleichermaßen erschöpft und gleichermaßen strahlend und beide wussten es. Sie hatten die Liebe entdeckt, ohne noch einen Begriff dafür zu haben. Ihnen fehlten die Worte dafür, aber nicht die Gefühle.

Als die Gottfrau bemerkte, dass sie Gottmutter wurde und der Gottmann bemerkte, dass er Gottvater wurde, da fühlten sie sich in tiefer Liebe vereint. Und nach einiger Zeit gebar die Gottfrau ihr Kind, die Erde und sie liebte es. Und der Gottmann sah sein Kind, die Erde und er liebte es. Und sie sagten: „Von jetzt an sind und bleiben wir Gottvater und Gottmutter und wir sind einander gleichwertig und verschiedenartig zugleich. Lass uns für immer und alle Zeit unser gemeinsames Spiel nicht vergessen und lass uns nicht vergessen, wie sehr wir immer noch und immer, für alle Zeit einander Gottmann und Gottfrau sind. Und mit Gottkind sind wir für nun an und für immer eine göttliche Familie und nun beginnt die Zeit unseres Kindes, der Erde, die Gotttochter und Gottsohn zugleich ist.

Und sie liebkosten ihr Kind viele Male und bekleideten es mit Wasser und Luft und Feuer und Steinen und Metallen und Pflanzen und Tieren und Zeiten und Orten und sie legten Sonnen und Monde und Sterne und Milchstraßen um ihr Kind und sie schmückten es mit Gesängen und Farben und Bildern und Kostümen und Sprachen und mit Einfühlung und Begeisterung und sie schufen Adam, den Menschenmann und Lilith, die Menschenfrau nach ihrem eigenen Bild als Mann und Frau und als Vater und Mutter, verschiedenartig und gleichwertig zugleich und sie zeigten ihnen ihr Spiel.

Und das ist jener Teil dieser Geschichte, den du vielleicht nicht so gut kennst, obwohl er in dir wohnt.

Und nun kommt ein anderer Teil der Geschichte und den kennst du, bist du doch ein Teil davon. Und weil du diesen Teil der Geschichte schon kennst, brauche ich ihn dir eigentlich nicht zu erzählen. Nur so viel zu deiner Information:

Die Gottfrau und Gottmutter schlief nach der Geburt ihres Kindes erschöpft ein. Sie schlief den Schlaf der erfüllten Sehnsucht. Und der Gottmann und Gottvater legte sich behutsam an ihre Seite und an die Seite ihres gemeinsamen Kindes und auch sie fielen in eine erfüllte Nacht und das Kind träumte seinen ersten Traum: Es wuchs und gedieh und staunte und forschte und entdeckte und es drehte sich aus Freude und Lebenslust um seine eigene Achse und um die Monde und Sonnen und Sterne und es badete in den Milchstraßen. Und es träumte von Gottvater und Gottmutter und spürte die kräftigen Finger seiner Hände und die warme, zarte Weichheit ihrer Brüste. Und es fühlte sich behütet und frei zugleich.

Und in diesem ersten Traum sah es Adam und Lilith und die begannen das Spiel, das ihnen Gottvater und Gottmutter zu spielen beigebracht hatten, aber sie spielten es nicht richtig und zwar bis heute und das weißt du. Und sie begannen zu zanken und zu streiten und sie quälten das Kind und sie vergaßen Gottmutter, als wäre diese verstorben und sie vergaßen Gottvater, als wäre er schon verstorben und sie erschufen sich neue Gottväter und Gottmänner und die kennst du auch. Und sie erschufen keine neuen Gottmütter und Gottfrauen, denn davor hatten sie viel zu viel Angst.

Und so spielten sie ihr Spiel nicht richtig und sie begannen darunter zu leiden und sich in Schmerzen und Trauer zu verkrümmen und sie begannen das erste Kind dafür zu hassen und zu quälen und sie verirrten sich. Das erste Kind, die Erde aber spürte Gottvater und Gottmutter in sich und hörte nicht auf zu vertrauen. Es konnte nicht anders.

Und nun kommt der nächste Teil dieser Geschichte und den kennst du noch nicht, obwohl er in dir ist und deshalb erzähle ich dir davon:

Als Gottvater und Gottmutter erwachten, sahen sie einander tief in die Augen und Gottmutter nahm ihr Kind an ihr Herz und streichelte es und Gottvater nahm das Kind und spielte Zauberspiele mit ihm. Und das Kind erzählte Gottvater und Gottmutter von seinem Traum und es erzählte von Adam und Lilith und von dem Spiel, das die beiden gespielt hatten und das hatte ihm nicht gefallen. Und es zeigte seine Wunden und Verletzungen und Kriege und Leid und Unrecht und es weinte ein wenig. Und Gottvater und Gottmutter sahen einander an und sie sahen ihr Kind an und sie trösteten es und erzählten ihm von ihrer Freude über sein Geworden-Sein und seine Hoffnung und sie hielten ihr Kind und befreiten es von den Spuren des Traumes.

Und das Kind lachte und es drehte sich, langsam und behutsam und die Sonnen und Monde und Sterne drehten sich und lachten und die Milchstraße freute sich und Adam und Lilith und ihre Töchter und Söhne und deren Töchter und Söhne bis heute begannen das Spiel zu spielen, das sie von Gottvater und Gottmutter gelernt hatten und das war richtig und du kennst es, weil du zu ihnen gehörst, aber das weißt du vielleicht noch nicht und deshalb habe ich dir davon erzählt, damit du in die Zukunft schauen kannst, voller Hoffnung.

28.4.2016
jetzt –
van der bellen

danke!

27.4.2016
aus –
jetzt klopft sie an
diese unerhörte ohnmacht
und löscht das licht
aus –
(und „die stadt der blinden“
blüht auf
und „die straße“ lädt uns ein)
es wird kälter
und tränen, deine und meine, trocknen
aus –

8.3.2016

Kärntnerin des Jahres 2016
Einladung zum Voting für die Kärntnerinnen des Jahres 2016

Wir laden alle KärntnerInnen sehr herzlich zur Teilnahme an der Abstimmung
zur „Kärntnerin des Jahres 2016 ein.

Alle Kärntnerinnen, die im Zentralen Personenstandsregister beim Amt der Kärntner Landesregierung unter
Geschlecht: weiblich
Alter: ab 18 Jahre/volljährig
Hauptwohnsitz: Kärnten
registriert sind, nehmen automatisch teil.

(Sie können Ihre Teilnahme unter Angabe von besonderen Gründen, schriftlich, per Einschreiben an u.a. Adresse zurückziehen.)

Das Voting:

Alle BürgerInnen sind herzlich eingeladen, für Ihre Kandidatin zu voten. Mehrfachabstimmungen sind zulässig und erwünscht.
Die Abstimmung erfolgt geheim und unter notarieller Aufsicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barablöse der Gewinne ist aus rechtlichen und organisatorischen Gründen nicht möglich.

Teilnahmebedingungen/Hauptpreis:

Jede Teilnehmerin erhält nach der notariell überwachten Auszählung der Votingstimmen am 8.3.2016 eine Urkunde mit dem Titel: „Kärntnerin des Jahres 2016“ (Das dafür vorgesehene Namensfeld, ist von jeder Teilnehmerin selbständig auszufüllen. link zum pdf. Urkunde)

Sie haben nunmehr die Möglichkeiten, die bitte sorgfältig ausgefüllte Urkunde ab 8.3.2016

  • sich selbst zu überreichen
  • sich von vertrauenswürdigen Personen überreichen zu lassen.

Die nach notariell überwachter Auszählung der Stimmen am 8.3.2016 ermittelte Gewinnerin erhält eine Urkunde mit dem Titel: „Kärntnerin des Jahres 2016“ (Das dafür vorgesehene Namensfeld, ist von der Gewinnerin selbständig auszufüllen. link zum pdf. Urkunde)

Wir gratulieren jeder Gewinnerin sehr herzlich! Sie haben sich die Auszeichnung „Kärntnerin des Jahres 2016“ durch Ihr Sein und Ihr So-Sein als Frau unbedingt verdient. Herzlichen Glückwunsch!

f.d.G. m-mog.org im März 2016

 

3.3.2016

Bedingungsloses Grundeinkommen!
sonst nichts …

 

20.12.2015

im Bett

Dann schreibe ich jetzt. Aber was? Einen Teil wenigstens. Habe ich mir so vorgenommen. Einen kleinen Teil, etwas genauer formuliert. Wozu – Eigentlich – Sollte ich – zum Beispiel, die Wohnung aufräumen, putzen, englisch lernen, helfen, kündigen, eine Liste der Weihnachtsgeschenke erstellen, liebe Leute anrufen, andere auch, Buchhaltung. Auch die, ja. Jedenfalls mal wieder zu Hause bleiben. Geld sparen und recherchieren. Alles Mögliche herausfinden.

Resilienzfaktoren, eine unvollständige Liste: Natur, Bewegung, Freunde treffen, Haustiere (?), Frisur ändern, einkaufen, aufs einkaufen verzichten, meditieren, alleswasspassmacht, träumen, gesund essen, töpfern, handarbeiten, Gedichte schreiben, Musik hören oder singen oder beides, pfeifen, auf alles Mögliche pfeifen, Briefe schreiben, an dich, an mich, lesen, lernen, was auch immer, vielleicht ein Musikinstrument oder – ein Tanzkurs!, schifahren, eislaufen, wandern, kochen, alleswasguttut …

Antiresilienzfaktoren, eine auch unvollständige Liste: mich allen möglichen Süchten hingeben! Bumm, das war‘s schon – fast. Zweifeln, immer den gleichen Knochen abnagen, Selbstwert so richtig in Frage stellen, abwerten, Miststück sein – oder sich so sehen, ja und ein schlechtes Gewissen haben, wegen irgendwas, wird sich schon was finden und so weiter und so fort und alleswasschadet.

Ach ja und dann noch so was da dazwischen, vollständig unvollständig: twittern, facebooken, börsen, fernsehen, computerspiele spielen, twittern, facebooken, twittern, facebooken (gepostete Weisheiten sammeln, gepostete Fotos sammeln, sich – mich – bewerben, bewerten, Freundschaftsanfragen annehmen, ablehnen, liken, einloggen, ausloggen, einloggen)

Ohm. Entschleunigen. Was bist du schon im unendlichen Raum in unendlicher Zeit. Alles, in jeder deiner Zellen, alles oder nur ein klitzekleiner Hupps? Nichts? (Also ich persönlich bin für AllesHupps)

Was anderes: Wenn Babys zwar versorgt werden – essen, trinken, wickeln und so -, aber nicht gestreichelt (werden), dann gehen die wieder. Tschüss. Mäuse auch. Da kann die Katze lange warten. Schnurlange. Böse Maus. Also mit Doppelpunkt (:) und unterstrichen: streicheln, streicheln, streicheln, liebkosen, liebkosen, liebkosen, herzen, herzen, herzen, wachsen lassen und zum festhalten Baum im Wind sein, wenn einer gebraucht wird, zum raufklettern auch – und mit dem Fernglas in die Welt hinaus schauen und rundherum – und zum hinunterfallen brauchst du den Baum auch, dann Moos sein und Trost sein und streicheln und verstehen: hier tickt noch eine andere Zeit. Hoffentlich langelangelangelangelangelange …

 

23.11.2015

Kannst du lebensfröhlich sein, bei dem diddeldum Herum? Böse Frage, pfui. Oder, oder doch, oder nicht doch. Also nur mal so zum … ja, was? Statt Peitschenhiebe, Todesurteil. An der geschlossenen Grenze sitzen und Mund zunähen. Konzertbesuch und Todesschüsse. Im Kaffeehaus sitzen und Angst trinken. Dreieinhalbjährige zum Bildungscheck. Kindergarten rein raus, damit die Hamsterräder ordentlich durchdrehen. Hmmm. Wem, was geben, den Flüchtlingen und/oder den Armen hier auch. Lachen und/oder weinen. Die Stimmung kippt, sagt man mir und ich frage mich wohin und warum. Frei assoziiert nach Brecht: Erst dass Fressen, dann die Moral und dann Anna Netrebko und Elina Garanca hören oder mit fröhlichen Kolleginnen Suppe verteilen im Transitlager. Das sind (verzeih mein altmodisches Geschreibsel), das sind göttliche Lebensmomente. Weiter im Text: wenn sie um Asyl ansuchen, werden sie erstmal verhaftet. Aber immerhin, dann könnte es vielleicht lebenswerter weitergehen. 400 Bananen für 800 refugees. Wir machen es wie Bud Spencer, dann geht sichs aus. Yupp! Da leuchten nicht nur Kinderaugen, immerhin, eine halbe Banane und noch dazu bio. Mal was anderes: weiß lackierte Lebensmittel aus der letzten Theaterproduktion für die hier, die gar kein Geld mehr haben. Nicht abgelaufen, ausgelaufen, weggelaufen. Rein in den Laden und abholen. Mehl, Zucker, Reis, Schoko und ein paar Dosen irgendwas. Da gibts nämlich ein paar ganz feine Menschleins, die sich das ausgedacht haben. Mal hinschauen und was tun äh sharen. Danke! Fettes Danke! Allen.

Also ich denke mir, ich schau dich an und sag dann mal Hallo (noch nie zuvor gesehen, bist mir grade mal über den Weg gelaufen) und ich schau dir auch noch in die Augen (blau, wow, braun, grün, türkis, wie schön …) und frag mal so, wie die Stimmung ist. Einfach so, vom Mensch zu Mensch. Lass mal den Argwohn und die Zweifel und die Vorurteile und so weg, aja und die Angst vor allem und jedem. Also Hallo! und vielleicht (nein sicher sogar) begegnen wir da einander, wenigstens eine Augenblick lang (der kann echt lang sein) und dann tut sich was in uns und zwischen uns, was genau, weiß ich nicht – aber, es fühlt sich gut an. Richtig gut. Das ist eine Einladung.

Jetzt noch was dazu: also ganz viel halten und streicheln und Nähe und Herzenswärme und Versorgung und annehmen und wahrnehmen und ernstnehmen und halten und trösten und zutrauen und lassen (auch wenn dich die Angst fast auffrisst) und in die Augen schauen – den Babies und den Krabbelkindern und den Kleinen und den großen Kleinen und den Großen und den inneren Kindern (die sind nämlich da auch alle versammelt)… und hui … staunen, was da abgeht. Mensch, Mensch, Mensch!

Ach, wär ja schön, geht aber so nicht. Höre ich dich und mich und euch (vielleicht nicht alle, aber viele sagen). Wenn das so einfach wäre. Irgendwo muss das Geldchen ja her. Wer soll das denn alles bezahlen, das alles, das allesallesalles. Ja eben, geht so nicht. Punkt. Aber ein klitzekleines Bisschen geht vielleicht schon, sag ich mal so frech. Einander in die Augen schauen, etwas mitteilen, etwas teilen, sich und anderen helfen und sich helfen lassen, gemeinsamer sein, einfach mal drüber reden (auch wenns anstrengend ist), netzwerken, den Fernseher zum Bücherregal umfunktionieren (naja, muss nicht sein, vielleicht manchmal), Begegnung üben und Wertschätzung, vielleicht zuerst mal vor dem Spiegel, mit einem freundlichen Hallo! und ‚ich freue mich, dass du da bist‘ undundund … ja, das alles kostet nichts, rein gar nichts, keinen Cent. Versprochen.

Vielleicht sollten wir denen (wer zum Teufel sind die eigentlich?) mal etwas genauer erklären, was wir eigentlich wollen, hier, da, auf dieser noch immer so gnädig schönen Erde (ich glaube, die wollen das ja auch, oder) oder besser, was jedem von uns, also wirklich jedem! eigentlich zusteht, egal ab er alt ist oder noch ganz Küken, egal ob sie Arbeit hat oder eben gerade nicht, egal ob er krank ist oder pumperlkräftig, egal ob sie im Kongo lebt oder in Wien, egal ob die Eltern reich sind oder arm, egal ob sie die Beste der Besten ist oder er nur der siebenhundertachtundzwanzgtausendbeste, egalegalegal … Menschenrechte, Mit-Menschenrechte, Zuwendung, Wärme, Wertschätzung, grüne, gesunde Bäume und saubere Luft und Wasser auch und … (bitte gerne ergänzen, da fehlt noch viel). Also vielleicht wissen die da (wer immer das auch sein soll) das gerade nicht, haben in der Eile vergessen (worum es eigentlich geht) oder gerade keine Zeit oder sie bemühen sich eh darum und es klappt gerade nicht (vielleicht können wir helfen) oder was immer. Jedenfalls kann es nicht schaden, immer wieder mal Hallo! zu sagen (so, wie mit dem Spiegel geübt, vielleicht) und daran erinnern, worum es eigentlich geht.

Also ich fang jetzt mal an damit.

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